Venus-Transit

Gestern fand in den USA ein Ereignis statt, dass für Astronomen ein absoluter Knüller war und für den Rest der Menschheit immer noch sehr spannend: Ein Venus-Transit. Dabei liegen Sonne, Venus und Erde so günstig zueinander, dass die Venus von der Erde aus gesehen vor der Sonne entlang fliegt. Im 18. Jahrhundert nutzten James Cook und ein paar andere einen Venus-Transit, um die Entfernung der Erde zur Sonne zu messen.

Venus-Transits sind sehr selten; der nächste findet im Jahr 2117 statt. Darum wollten Katja und ich uns das auf keinen Fall entgehen lassen. Leider spielte das Wetter nicht mit:

Bei den Wolken war von der Sonne nix zu sehen. Weil wir das aber schon befürchtet hatten, hatten wir uns zum CfA  begeben, dem Center for Astrophysics, wo Katja arbeitet. Dort wurden im Hörsaal Livebilder aus Hawaii gezeigt, wo keine Wolken den Blick auf den Himmel verdeckten. Die hawaiianischen Astronomen übertrugen ihre Bilder über das Internet, sodass wir auch in Cambridge etwas von dem Transit sehen konnten.

(Die Venus ist der schwarz Gnubbel links unten am Rand von dem roten Kreis.)

Die Veranstaltung fand in einem Hörsaal statt, denn sie richtete sich auch und vor allem an “normale” Leute, die keine Astronomen sind. Der Livestream war für jedermann frei im Netz verfügbar (und diverse Leute im Publikum schauten ihn sich auch nebenher noch auf ihren iPads und Laptops an), aber sich die Bilder des Transits von echten Astronomen am heimischen Astrophysik-Institut erklären zu lassen, ist natürlich ziemlich cool, und darum war der Andrang groß.

Hier schiebt sich die Venus gerade komplett vor die Sonnenscheibe. Die sieht übrigens so rot aus, weil die Bilder mit einem speziellen Filter gemacht werden, bei dem es irgendwie um Wasserstoff und Spektrallinien geht. Katja kann das besser erklären.

Das bin ich. Unter mir im Auditorium kochte derweil fast der Volkszorn: Immer mehr Leute standen auf, um bessere Fotos machen zu können, worauf die Leute hinter ihnen sich beschwerten, weil sie nichts mehr sehen konnten. Und zu allem Überfluss mussten alle bald darauf hinausgehen und den Hörsaal für diejenigen freimachen, die draußen warteten, denn die wollten auch gerne mal gucken.

Wer hätte gedacht, dass so viel los sein würde? Wir jedenfalls nicht.

Tobias

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One Response to Venus-Transit

  1. gordiank says:

    Hier in Hamburg waren auch alle ganz aus dem Häuschen, aber eben auch hinter Wolken 🙂

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